Rückblende 2020

Am 1. Juli 1990, vor 30 Jahren, wurde in der DDR die „Ostmark“ in die „Westmark“ umgetauscht...

Wie man sieht, gab es auch in der DDR (bis 1964) eine „Deutsche Mark“.

1 DM 1962 (DDR) 1 Mark der DDR (nach 1964)

... und am 3. Oktober 1990 gab es nach 41 Jahren Trennung wieder ein einheitliches Deutschland.

1 DM 1962 (DDR)

Vor 130 Jahren, zum Sommerende 1890, berichtet die Klödener Schulchronik:

"… wenn nicht am 8. September früh 5 Uhr ein Elb-Dammbruch bei Dautschen stattgefunden hätte. Denn infolgedessen wurden die Äcker und Wiesen mit Wasser bedeckt und die Grumt-, Rüben- und Kartoffelernte war dahin. An den Gebäuden haben die Wasserfluten hierorts keinen Schaden angerichtet. Diejenigen Einwohner, welche Schaden auf den Feldern und Wiesen erlitten hatten, haben Unterstützung erhalten."

Das regt zum Nachdenken an: Dammbruch am gleichen Ort ...!?


Schloss mit Brauerei und Domäne um 1850

1880: Die Brauerei vor der Burg brennt ab und wird danach vom Besitzer Eduard Knothe an der Ecke Neustraße/Radsche Straße neu aufgebaut.

Um 1850 ist auch noch der innere Wassergraben der Burg zu einem kleinen Teil vorhanden. Der äußere Rest-Graben war offenbar etwas länger als heute.

1830: "Zwischen Belgern und Mühlberg bildete sich am 1. März ein Eisschutz, wodurch das Wasser zu einer noch nie gesehenen Höhe getrieben ward, so daß es abends 6 Uhr alle Dämme überstieg, mehrere derselben sprengte und der Strom mit den Eismassen sich eine neue Bahn brach. Auf dem rechten Ufer setzte er die Elblandschaft unter Wasser und bahnte sich einen Weg durch die Annaburger Heide nach der Elster. Bei Strehla [richtig: Stehla!] hinter Coßdorf war der Damm gerissen und Donnerstag den 4. März kam die Elbe über Coßdorf und schwellte dadurch die Elster und den neuen Graben so an, daß beide aus ihren Ufern traten und alle benachbarten Oerter unter Wasser setzte und die Wege so überströmte, daß die ganze umliegende Gegend einem See glich und alle Communication aufhörte."
[Quelle: HK Je 1955, S. 44 u.45]


1710: Johanna Charlotta Löserin Herrin auf Reinharz, war die verwitwete Schwiegertochter von Margaretha Sybilla. Durch den frühen Tod ihres Schwagers Magnus Löser war sie nun auch Herrin von Clöden. Sie schreibt, dass sie eine Holzbrücke über den Riß habe bauen lassen, die aber von den Schiffern wieder ruiniert würde!
Der Riß war zu dieser Zeit schon zum "Hauptarm" der Elbe geworden, weil der "längere" Weg an Bösewig vorbei kaum noch schiffbar war.
Erst ab 1715 - nach Abriegelung des Risses zwischen Mauken und Düßnitz -
konnte die Brücke bis 1805 ihren Dienst versehen, wo sie durch eine Flut zerstört und zwangsläufig durch eine zweite Fähre ersetzt werden musste.

Erst 1822 - mehr als 100 Jahre nach dem ersten Bau einer Holzbrücke über den Riß - wurde sie durch den heutigen "Rißweg" ersetzt.
über den aufgeschütteten Damm mit einem Durchlass kam man nun bequem an die Elbe, musste aber dort immer noch eine Fähre nutzen, um auf die Weideflächen bis vor Bösewig zu gelangen.

18.5.1690: Margaretha Sybilla Löserin geb. v. Einsiedel, verw. Erbmarschallin, „Frau auf Clöden, Reinhartz und Meuro etc.“ stirbt (47J alt!) und wird in Klöden in der Kirche beigesetzt, die sie nur wenige Jahre davor vor dem drohenden völligen Verfall gerettet hatte.

Im Lexikon von Zedler steht:
"Sie war ein rechter Ausbund gelehrter Frauenzimmer, und in allen vier Facultäten wohl bewandert. Sie verstunde die Mathematick vortrefflich, hatte sich in der Bürgerlichen, Gelehrten- und Kirchen-Historie wohl umgesehen, machte einen guten Vers, und redete nebst ihrer Mutter-Sprache Ebräisch, Griechisch, Lateinisch, Frantzösisch und Italiänisch, weswegen sie auch die Sächsische Cornelia und Meißnische Minerva genennet wurde. ... "

[Grabstein ca 1900 an Außenwand gestellt, vom Eingang aus links der zweite.] Grabplatte für Margaretha Sybilla Löserin +1690
MARGARETHA SIBYLLA LOESERIA GENERE VITA EINSIDEL
(Margaretha Sibylla Löserin geb. Einsidel) Grabplatte für Margaretha Sybilla Löserin +1690
NATA II. SEPTEMBRIS MDCXXXXII
(Geboren 2.9.1642)
EXTINCTA 18. MAY MDCLXXXX
(Verstorben 18.5.1690)

Bildausschnitt vom Erbbuch: 4./5. Zeile mit „Stedtlein Cloden“
Nickels vom Ende Stedtlein Cloden 1551

1530: Nach fast 100jähriger Herrschaft derer von Honsberg wird der kurfürstliche Hofmarschall Nickel vom Ende mit Klöden belehnt, das nach seinem Weggang im neu aufgestellten Erbbuch von 1551 noch als „Stedtlein“ bezeichnet wird.

1510: Im Erbbuch Schweinitz ist festgelegt, dass der Pfarrer von Battin zu Himmelfahrt mit den Battinern abwechselnd nach Klöden und Prettin gehen soll. Hier ist die Kirche zu Klöden also immer noch Ziel einer Prozession! War hier ein Wunder geschehen? War es das überlieferte Kirchenbild von Maria, die „blutige Tränen schwitzete“?

Fronleichnamsprozession zu Christi Himmelfahrt

Fronleichnamsprozession

Glocken können auch beim Läuten beschädigt werden. Wenn aber für die Klödener Kirche 1460 gleich zwei(!) neue gegossen wurden, deutet das wohl doch auf einen Turmeinsturz hin, wie er mündlich überliefert wurde und auch durch unregelmäßige Mauernähte (Reparatur?), sowie Neubau an „falschem“ Ort wahrscheinlich wird.
Hier ein recht "junges" Beispiel:

Zerstörte Glocken nach Turmeinsturz
Der Kirchturm in Rothbach (Rumänien) ... ist am 19. Februar 2016 um 21.13 Uhr in sich zusammengestürzt und hat etwa ein Viertel der evangelischen Kirche samt Glocken und Orgel in einen Schutthaufen verwandelt.

[Quelle:https://m.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/rumaenien/16388-kirchturm-und-teil-der-kirche-in.html ]

1290: Die wettinischen Grafen von Brehna hatten im 12. Jh. wahrscheinlich vom Magdeburger Erzbistum auch Klöden als Lehen erhalten.

Als der letzte Graf 1290 kinderlos starb, kam Klöden durch königliches Lehen für 120 Jahre zum askanischen Kurfürstentum Sachsen-Wittenberg.


Andere Jahre:

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