Ein Spaziergang am Riß und viele Fragen ...


Ostrand des Urstromtals?

Wir beginnen den Spaziergang hinter dem Rottenberg am Riß.

Hier befand sich noch vor 250 Jahren der herrschaftliche Weinberg.

Der Riß, ein alter Nebenarm der Elbe, liegt etwa 4 m unter uns und wir sehen am Horizont die Höhen der Dübener Heide.

Manche behaupten, dass hier der Ostrand des eiszeitlichen Urstromtales liegt.

Sollte wirklich die Schwarze Elster die 10 km breite Aue vom Klödener Wald bis zum Jessener Himmelsberg allein planiert haben?

Ein Überlaufkanal?

Nach dem Dammbruch 1881 bei Mauken wurde der Riß innerhalb kürzester Zeit geflutet und vom Damm aufgestaut.

Das Wasser fand dabei einen Weg nördlich des alten Dorfkerns, parallel zur Neustraße.

Hier ein Blick von der Feuerwehr (Fundament beim Bau etwa 1m aufgeschüttet) in Richtung "Kastanienhof".

Entstand diese "Abflussrinne" vielleicht schon viel früher bei einem noch stärkeren Hochwasser?

Straße nach Nirgendwo?

Um 1700 schlossen sich in Blickrichtung noch weitere 6 Gehöfte an!

Kam man hier mal auf kürzestem Wege nach Kleindröben?

Es kann auch sein, dass es von hier über Pönitz nach Pretzsch ging, denn die Pönitz-Wiesen (bekannt unter dem Flurnamen "Beensn") liegen auch nicht weit davon.

Lange vor Luthers Zeiten war dieser Ort aber schon eine wüste Mark...

Kirchturm am falschen Ende?

Einen Kirchturm an der Westseite des Kirchenschiffes hat ja jeder...

Musste der Turm vielleicht weichen, weil die Kirche vergrößert wurde?

Stürzte er in den Riß, wie man im Ort erzählt, und baute ihn deshalb an sicherer Stelle neu auf?

Wurde der Turm durch eine große Flut unterwaschen, so dass er einstürzte und dabei auch das Kirchenschiff beschädigte?

Mauer mit Narben?

Der Rest eines "frei schwebenden" Entlastungsbogens über dem mittleren Fenster lässt der Fantasie freien Raum.

Auch dass hier großflächig und unregelmäßig repariert wurde, ist durch Farb- und Strukturunterschiede offensichtlich.

Sieht das nun mehr nach einer geplanten Vegrößerung oder nach einer Instandsetzung aus?

Baumeister mit zu viel Gottvertrauen?

Geht man um die Kirche herum, kann man einfach nicht verstehen, warum ein professioneller Baumeister nur wenige Schritte vor einem fünf Meter hohen Abhang aus Sand eine Kirche gebaut hat.

Aber vielleicht stand damals, vor fast 900 Jahren, diese Kirche noch gar nicht am Abgrund, sondern mitten im Ort?

Maximalpegel erreicht?

Am 20. August 2002 stieg das Wasser durch den Dammbruch bei Dautzschen (2 Tage davor) zwar langsam, aber stetig bis auf diese Höhe.

Auf diesem Wege war die Burg nicht mehr erreichbar.

Alle Betroffenen fragten sich damals: "Wie hoch kann das Wasser in Klöden eigentlich noch steigen?"

Sparmodell für einen Burgwall?

Steht man außen vor dem Burgtor, sucht man links am Westrand vergeblich nach einem Burgwall. Auf der Ostseite ist er dagegen noch etwas höher als der Hof im Innern.

Erwartete man etwa von der Wasserseite keine Gefahr?

Auch im Innenhof vermisst man auf der Westseite ein altes Gebäude und wundert sich über diese ungeschützte Burgwallseite.

Eine uralte Falltreppe?

Steht man an der Treppe, die zum heutigen Burggarten am Riß hinunter führt, sieht man links am Gebäude ein Fenster mit einer Besonderheit:

In Zimmerfußbodenhöhe ragt aus der Außenwand darunter eine ausgetretene Sandsteinschwelle heraus. Links und rechts daneben erkennt man auch noch die Ansatzstellen weiterer Mauern.

Gab es hier mal eine Treppe?

Ging es einfach auf den Hof, oder kam man in ein Nebengebäude?
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